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Comeback 2020

Es war Ende 2014 nach der Dresdner Buchmesse "Schriftgut", als ich meine Autorentätigkeit beendet habe. Es waren 6 tolle und aufregende Jahre. Doch so komisch es klingen mag, je erfolgreicher das Projekt lief, desto anstrengender wurde es. 

 

Lesungen, Messe-Auftritte, Interviews, das Beantworten von Leser-Anfragen, Marketing, das Verwalten dieser entstandenen eigenen literarischen Welt, nahmen einfach immer mehr Zeit in Anspruch. Und das, warum ich eigentlich mal angefangen hatte, nämlich das pure Schreiben, trat immer mehr in den Hintergrund.

 

Ich wusste damals nicht, ob es ein Ende oder eine Auszeit sein würde. Aber ich wusste, dass es ein guter Zeitpunkt war. Denn 2014 war mein erfolgreichstes Jahr als Autor.

 

Es hat bis ins Jahr 2020 gedauert, bis das erloschene Feuer wirder gezündet wurde. "Pünktlich" zum Wendepunkt der Welt - der Coronakrise - möchte ich mich auch wieder zu Wort melden. 

 

Den Anfang machte der gesellschaftskritischer Text "Die Welt steht still", der thematisch auf dem 2014 veröffentlichten Poetry-Slam "Die Welt dreht sich zu schnell" aufbaut.

 

Worauf einige warten, immer noch - und das weiß ich sehr zu schätzen - ist die Fertigstellung meine Roman-Trilogie. Nach dem "Adria-Express" hat Tim im "Coccobello" einiges erlebt, aber seine Geschichte ist noch nicht fertig erzählt. 

 

Ich bin dabei, seine Geschichte einen würdigen Abschluss zu geben. 

 

Am meisten aber freue ich mich tatsächlich auf die Veranstaltungen 2021, von Lesungen über Buchmessen werde ich endlich wieder aktiv sein und mit vielen alten aber auch neuen Autoren zusammenkommen.

 

2014 war ich in Würzburg als Vertreter meines Verlagsdienstleisters BOD bei einer Veranstaltung namens "Selfpublishing Day". Von unserem Mitbewerber war eine junge Autorin dabei, die mittlerweile zu den erfolgreichsten Bestseller-Autoren Deutschlands gehört: Melanie Raabe. Sie sitzt jetzt nicht mehr neben mir, sondern neben Markus Lanz. Das freut mich. So weit werde ich es nicht schaffen, aber das ist nicht schlimm. Mir macht es Freude, dass ich jeden einzelnen Leser eines meiner Werke unterhalten kann. 

 

Besonders freue ich mich auf ein Gemeinschaftsprojekt mit einer meiner Lieblingskolleginnen aus vergangenen Tagen: Sofie Capasso. Auch sie hat wieder tolle Ideen und wir werden die gute alte Zeit wieder auferstehen lassen.

 

Danke für Euer Interesse, bleibt gesund und schaut ab und zu mal hier vorbei, ich denke dass es bereits im Herbst 2020 die ersten Lesungen geben wird.

 

Euer Gerrit

"Schreiburlaub" oder "Auf den Spuren des Adria-Express" TEIL 3

Auf den Spuren des Adria-Express in Venedig
Auf den Spuren des Adria-Express in Venedig

Auf den Spuren von Tim, Lara, Ina, Ische und Keks ...

 

Das war seit dem Erscheinen des Adria-Express im November 2010 schon immer mal mein Wunsch. Auf den Spuren meiner Protagonisten durch Venedig zu streifen. Zwar ist gerade Winter, Nieselregen bei 7 Grad, aber trotzdem sehe ich sie vor mir: Tim und Lara, deren Freundin Ina und die beiden verrückten Berliner Ische und Keks, wie sie durch die zahllosen Gassen der Lagunenstadt schlendern. Ich sehe vor mir, wie Ische nackt in den Canale Grande springt. Ich muss lachen, als ich an der Rialtobrücke tatsächlich die Menschtraube beobachte, wie alle um das schönste Fotomotiv ringen. Da wartet man förmlich darauf, dass Ische um die Ecke kommt und für Ordnung sorgt :-) Ich kann mir vorstellen, wie sie alle unter den großen Pinien am Ufer unweit des Markusplatzes eine Pause im Schatten machen. Und wie sie sich auf dem Heimweg verlaufen und bei Maurizio und seiner Familie stranden. 

 

Als Autor hat man den Vorteil, dass man den Roman besser kennt als der Leser. Unzählige Male hat man schließlich den Text durchgekaut. Und so wird die Geschichte des Adria-Express bei meinem Rundgang durch Venedig richtig lebendig. Noch besser wäre es eigentlich nur, wenn Matthias Schweighöfer den Adria-Express mit sich selbst als Tim in der Hauptrolle verfilmen würde. Sein aktueller Drehbuchautor kommt übrigens aus Bad Nauheim. Leider bin nicht ich es, sondern Doron Wisotzky.

 

Manche Träume lassen sich eben verwirklichen und andere nicht. Einen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen ist jedenfalls eine ganz spezielle Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Es ist ein traumhaftes Hobby und es macht immer mehr Spaß. Auch wenn ich eigentlich wegen meines neuen Projektes in Italien bin, gönne ich mir heute einfach einen arbeitsfreien Tag. Heute wird nicht am neuen Roman gearbeitet. Heute träume ich vor Ort einfach noch ein bisschen vom "Adria-Express" und freue mich, dass ich vielen Lesern damit ein paar unterhaltsame Stunden bereiten konnte. Über all das positive Feedback freue ich mich immer noch wahnsinnig.

 

In Venedig ist es nun dunkel geworden. Das macht die Stadt noch schöner und sie lädt einen förmlich ein, auf einen weiteren Entdeckungsspaziergang zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass mich Maurizios Familie zum Essen einlädt und mich Maurizio danach mit dem Motorboot zur Stazione Santa Lucia bringt, dürfte aber zumindest unwahrscheinlich sein.

 

Noch ein Wort zu Venedig. Es ist auch im Winter eine Reise wert. Selbst im Nieselregen versprüht diese Stadt ihren eigenen Charme. Und wie immer, wenn man in Venedig verweilt, sollte man die Ecken abseits der Touristenströme besuchen und erkunden. Da findet sich dann so manche günstige und gemütliche Trattoria und wunderbare Einkaufsmöglichkeit. Und wer einen Tipp bzgl. einer Übernachtungsmöglichkeit möchte: Die Yacht Sara Sun Island liegt im Stadtteil Giudecca vor Anker und bietet die moderne Form der Übernachtung. Man kann sich dort eine Kajüte mieten und ganz speziell wohnen. Wers einfach und preiswert mag, dem sei das Hotel Universo & Nord empfohlen. Es liegt direkt an der Ponte degli Scalzi am Canale Grande nur 100 Meter vom Bahnhof Venedig Santa Lucia entfernt. So kostet dort das Einzelzimmer mit Frühstück momentan nur 30,- Euro inkl. WiFi, damit ich Euch solche Blogeinträge schreiben kann :-).

 

Der Adria-Express spielt ja im Jahr 1996 und seitdem hat sich Venedig ein wenig verändert. Selbst eine so alte Stadt entwickelt sich. Nicht unbedingt nur zu ihrem Vorteil. Früher gab es nur drei Brücken über den Canale Grande, heute sind es vier. Und die vierte vom Piazzale Roma zum Bahnhof ist eine sehr moderne Brücke mit komischem Stufenabstand, die mir gar nicht gefällt. Vor allem hat sie noch nicht einmal eine Rampe für Rollstuhlfahrer oder Koffer. 

 

Ich habe nicht nur diese neue Brücke entdeckt, die es seit 2008 gibt und mir zeigt, dass ich doch schon länger nicht mehr hier war, sondern auch etwas gelernt. Wenn sich in einem kleinen Kanal das Ambulanz-Boot mit rauschender Geschwindigkeit nähert, dann sollte man nicht dicht am Kanalufer stehen und sich auf das Fotografieren konzentrieren, sondern lieber das Weite suchen. Das rasende Krankenwagenboot hat jedenfalls für eine enorme Welle gesorgt und ich konnte mich nur mit einem beherzten Sprung retten. Nasse Füße im Januar wären sicher unangenehm gewesen.

 

Und noch ein Tipp: Wer in den nächsten Tagen einen Tripp nach Japan oder China vor sich hat, sollte den stornieren. Alle Chinesen und Japaner sind derzeit hier in Venedig, niemand ist mehr zuhause. :-)

 

Tja und zum Abschluss muss ich noch etwas zugeben: Dieser Blogeintrag enthält den gleichen Fehler wie der Adria-Express. Es heißt nicht Canale Grande, sondern es ist der Canal Grande. Dabei hört sich doch Canale Grande viel schöner an, oder? Bei der nächsten Auflage werde ich es dennoch ändern. Es muss ja alles seine Ordnung haben, schließlich ist es ein deutsches Buch.

 

Venezianische Grüße, bis demnächst!

 

 

 

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Nadine (Sonntag, 01 September 2013 13:18)

    Hallo hab gerade coccobello zu Ende gelesen und warten nun auf Teil 3, also auf auf möchte endlich das Ende dieser schönen Reise erfahren. Lg freu mich auf Teil 3

  • #2

    Heiko B. (Dienstag, 01 März 2016 18:56)

    Schön mal wieder was von dir zu hören,
    Nun hab ich auch wieder Hoffnung das es doch einen dritten eventuell abschließenden Teil der Trilogie gibt.
    Mit den besten wünschen aus Florenz
    Ps: die Japaner und Chinesen müssen sich aufgeteilt haben weil hier gibt es auch ne menge davon,man(n) trifft kaum einheimische

  • #3

    Heiko B. (Dienstag, 01 März 2016 18:59)

    Oha, ich dachte der eintrag sei von 20jan.2016