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Ein weiterer Beitrag aus »Jede Menge Erben« ... diesmal auf den ersten Blick ganz klassisch - aber unsere Autorin schafft es auf packende Weise, die menschlichen Untiefen aufzudecken.

Grit Steinweller: »Helgas Martyrium«

»Helga wachte früh um sechs Uhr auf und rief nach dem Pflegepersonal. Pfleger Daniel hatte Dienst, aber er rührte sich erst, als die alte Dame das dritte Mal lautstark nach ihm rief.
»Frau Schumann«, der Pfleger steckte seinen Kopf durch ihre Zimmertür, »bitte gedulden Sie sich noch einen Augenblick, jetzt ist erst Frau Müller dran.«
»Aber ich muss ganz dringend …«, Helga sprach den Satz nicht zu Ende, denn die Tür schloss sich wieder und Pfleger Daniel verschwand.
Helga konnte nicht mehr lange warten. Sie musste dringend zur Toilette. Seit einigen Wochen schaffte sie es nicht mehr, ohne fremde Hilfe aus dem Bett zu kommen. Noch einmal rief sie verzweifelt nach Daniel. Dann hielt sie es nicht mehr aus und machte ins Bett.
Kurz darauf kam Pfleger Daniel in ihr Zimmer. Als er das Malheur sah, schimpfte er die alte Dame aus. Helga war das alles so unangenehm, dass sie überhaupt nichts erwiderte und auch sonst keine Reaktion zeigte. Daniel hievte sie in ihren Rollstuhl mit den Worten: »Na, aufs Klo müssen wir dann wohl nicht mehr. Aber jetzt brauche ich wieder viel zu viel Zeit, um Ihr Bett frisch zu machen. Sie wissen doch, wie eng die Personaldecke hier ist. Warum nur können Sie sich nicht einmal zusammenreißen? Ständig ist irgendwas.« Helga sah ihn nur beschämt an, als er ihr Bett neu bezog. Dann wusch er Helga noch notdürftig und warf ihr ein Handtuch zu. »Abtrocknen schaffen Sie ja wohl noch allein«, meinte er genervt.
Als Daniel das Zimmer verließ, bat Helga ihn, ihr doch bitte den Fernseher einzuschalten. Aber das hörte Daniel nicht mehr ...«

Grit Steinweller, geboren 1976 in Stralsund, unterstützt und fördert seit vielen Jahren Kinder in der ganzen Welt in Form von Kinderpatenschaften. Ihre Leidenschaft, ferne Länder zu bereisen, brachte sie dazu, sich in der Entwicklungshilfe zu engagieren. Auch ihr Beitrag für »Jede Menge Erben« belegt ihr soziales Engagement, wenn auch für eine andere Altersgruppe. Hier hat sie sich für eine sozialkritische Variante des Themas entschieden, die (leider) an Aktualität nichts zu wünschen übrig lässt. Doch obwohl die »Message« wie ein Damoklesschwert über ihrer Erzählung hängt, kann man sich der packenden Darstellung nicht entziehen.

Homepage: www.grit-steinweller.de.vu