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What about some traditional American heritage? Unser nächster Beitrag aus »Jede Menge Erben« nimmt den Leser mit auf die Reise in wahrscheinlich eher unbekannte Gefilde - auf den Campus einer US-Hochschule:

Göran Fiedler: »Akademisches Fehlverhalten«

»Ich muss zugeben, dass ich mir meinen neuen Job anders vorgestellt hatte. Als ich vor einem guten halben Jahr hier anfing, hatte ich – entgegen meinen Beteuerungen beim Vorstellungsgespräch – keinesfalls die Intention, mich für die Arbeit zu zerreißen und ich war mir ziemlich sicher, dass mein Posten dieser Absicht sehr entgegen kommen würde. In gewisser Weise war das seine einzige Qualität gewesen. 
Mit Dr. Roenikes Tod war auch das vorbei. Während im gesamten Institut die Betrübnis über den Verlust des langjährigen Kollegen die Betriebsamkeit noch spürbar dämpfte, fiel mir die Aufgabe zu, die Hinterlassenschaft des alten Professors zu sichten. Damit hatte ich alle Hände voll zu tun. Sein Büro war gefüllt mit überquellenden Bücherregalen, Aktenstapeln und allerorts verstreuten Kartons voller Lose-Blatt-Sammlungen. Selbst wenn das Aufräumen nur aus schlichtem in-den-Müll-werfen bestanden hätte, wären zwei durchschnittliche Putzkräfte damit mehrere Tage lang beschäftigt gewesen. Natürlich aber wurde hier nichts in den Müll geworfen ...«

Göran Fiedler, Jahrgang 1974, entführt den Leser in einer klassischen Krimigeschichte rund um das Thema »Erbe« in den Mikrokosmos einer amerikanischen Hochschule. Er kennt sich dort aus, denn er lebt schon viele Jahre lang in Seattle/Washington. »Schlaflos« ist er dort aber nicht: Er schreibt hauptsächlich als Fach- und Sachautor und versucht gelegentlich, dem europäischen Fußballfan den traditionsreichen US-Sport Baseball näher zu bringen. 
»Akademisches Fehlverhalten« enthält nicht nur eine reichliche Portion Spannung, sondern lässt zwischen den Zeilen so amerikanischen Themen wie Vorteilsdenken, Sicherheitsparanoia und Sportbesessenheit aufblitzen.