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Interview

www.whohub.com, August 2011

Autor Gerrit Fischer mit seinem Roman Adria-Express über den Dächern von Vernazza (Cinque Terre, Italien)
Autor Gerrit Fischer mit seinem Roman Adria-Express über den Dächern von Vernazza (Cinque Terre, Italien)

Wie haben Sie angefangen, zu schreiben? Wer hat Ihre Texte damals gelesen?


Bereits in der Schulzeit hat es mir großen Spaß bereitet, Aufsätze zu schreiben, wenn das Thema einem großen Spielraum gelassen hat, seine Fantasie und Kreativität auszuleben. Ich kann mich gut an einen Aufsatz erinnern, den ich "Mitternacht in der Spielzeugkiste" genannt habe. Darin ging es um einen bestimmten Tag, der nur alle paar Jahre vorkommt, an dem in den Kinderzimmern um Mitternacht die Spielzeuge lebendig werden. Sie haben den kleinen Jungen dann mit in ihre Welt genommen.

 

Aber natürlich macht das Schreiben vor allem dann Spaß, wenn man auch Leser hat. Damals waren das bei den Aufsätzen nur die Lehrer und ich hatte nie den großen Drang, meinen Lehrer besonders zu gefallen. So ist die Lust am Schreiben dann irgendwann eingeschlafen. Im Grunde habe ich es dem Internet zu verdanken, dass ich wieder mit dem Schreiben begonnen habe. Dort konnte man seine Texte einem großen Publikum zugänglich machen und hat auch direkt ein Feedback bekommen. Ich schrieb einige Zeit für die damals sehr beliebte Fußballwebseite www.blutgraetsche.de Kolumnen über Fußballthemen. Damals war das Netz noch nicht von Blogs und Seiten überschwemmt wie heute. Eine tolle Zeit.

 

Einige Texte schrieb ich auch in Fußballforen. Als eine Fangeschichte 2009 dann in das Buch "Adler im Herzen", einer Sammlung von Fantexten, aufgenommen und veröffentlicht wurde, war es natürlich toll, auch mal in einem Buch vertreten zu sein.

 

Zu dieser Zeit hatte ich schon einige Anläufe unternommen, einen Roman zu schreiben. Der Gedanke, ein Buch zu veröffentlichen, hat mich dann nicht mehr losgelassen. Und Ende 2010 war es dann soweit, der "Adria-Express" ist erschienen.

 

Welches Genre bevorzugen Sie? Haben Sie einen Link, auf dem wir etwas über Ihr neuestes Werk erfahren können?


Bisher habe ich mit dem Adria-Express einen unterhaltsamen, amüsanten, kurzweiligen Sommerroman geschrieben. Mehr darüber kann man auf www.adriaexpress.de erfahren. Das ist die spezielle Seite zu meinem Debütroman. Auf meiner Autorenseite www.gerritfischer.de erhalten Sie einen Überblick über mich.

 

Ich schreibe auch immer mal wieder humorvolle Alltagskolumnen, die ich irgendwann einmal in einem Buch zusammenfassen werde, wenn ich genügend zusammen habe.

 

Mich reizt es aber auch, etwas richtig Spannendes zu schreiben. Mit wenig Blutvergießen, dafür viel mysteriöser Spannung. Ich habe eine Story im Kopf und den Anfang bereits geschrieben.

 

Wie verläuft Ihr kreativer Prozess? Was geschieht, bevor Sie sich hinsetzen und anfangen zu schreiben?


Es gibt Momente, da kann ich schreiben und es gibt Phasen, da geht gar nichts. Der kreative Prozess ist entweder da oder eben nicht. Die Chance, dass ich etwas hinbekomme, sind größer, wenn ich mich mit Musik oder die Atmosphäre und Umgebung inspirieren lassen kann. Da ich mein Netbook oft dabei habe, kann ich dann sofort loslegen. Ich brauche keine besondere Vorbereitung.

 

Für wen schreiben Sie in Ihrem tiefsten Inneren?

Für den Leser natürlich, heißt die Standardantwort, oder? Es ist immer wie ein kleines Weihnachten, wenn man ein Leserfeedback erhält, zum Beispiel durch eine Rezension oder eine Email. Es freut mich unheimlich, wenn ich die Menschen mit meiner Geschichte unterhalten kann und sie sich amüsiert haben.

 

Aber ich muss auch zugeben, dass ich vor allem auch für mich selbst schreibe. Es käme für mich nicht in Frage, einen Roman nur auf kommerziellen Erfolg hin auszurichten. Ich liebe es beim Lesen in eine andere Welt abzutauchen, das ist bei guten Büchern ja das eigentlich Faszinierende. "Lesen heißt durch fremde Hand träumen", sagte einmal der portugiesische Schriftsteller Fernando Pessoa und er hat Recht damit. Wenn man einen Roman selbst schreibt, dann taucht man ja noch viel tiefer in diese Welt ab. Und was manche sich gar nicht vorstellen können, ist die spannende Tatsache, dass sich die Figuren, die man ja selbst erschaffen hat, im Laufe des Schreiben wie von selbst in die eine oder andere Richtung entwickeln. Wenn man so im Schreiben ist, dann entwickeln sich manche Dinge einfach. Man befindet sich dann sozusagen in der Romanwelt und wird, obwohl man ja der Erschaffer dieser Welt ist, immer wieder überrascht.

 

Nutzt Ihnen der Feedback Ihrer Leser etwas?


Die meisten Leser sind äußerst angenehme Menschen. Sie äußern fast ausschließlich positives Feedback. Das motiviert dann natürlich und gibt einem ein sehr gutes Gefühl. Aber gerade als unerfahrener Autor muss man sich darüber im Klaren sein, dass man noch viel lernen muss. In gewisser Weise ist man betriebsblind und erkennt die eigenen Schwächen nicht. Von daher würde es dem Autor schon auch helfen, wenn er konstruktive Kritik erhält. Das kommt von Seiten der Leser recht selten vor. Aber wenn man mit anderen Autoren vernetzt ist, bekommt man von diesen dann wertvolle Hinweise.

Eigentlich hatte ich vor, nach dem Adria-Express, der ja ein amüsanter, kurzweiliger Sommerroman ist, nun einen spannenden Mystery-Thriller zu schreiben. Aber da die Resonanz so positiv ist und viele Leser sich gewünscht haben, mehr davon zu lesen, bin ich tatsächlich am Überlegen, ob ich das Projekt Thriller zurückstelle und eine Fortsetzung von Adria-Express schreibe. Ideen habe ich genug. Das wäre dann das Ergebnis des Feedbacks der Leser.

 

Zeigen Sie Ihre Manuskripte einer vertrauten Person, um ihre Meinung zu hören?


Ich habe das Originalmanuskript des Adria-Express aufgehoben. Meine Freundin hat es zum Lesen bekommen und sie hat äußerst kritisch alles angestrichen, was sie nicht gut fand. Sie hat mir die Wortwiederholungen, Floskeln und Fehler mit dem Textmarker gekennzeichnet. Und am Rand Bemerkungen gemacht, von "ist nicht lustig" bis "geht gar nicht!", sie hat mit Smileys gearbeitet und sogar Vorschläge gemacht, wie man etwas besser formulieren kann. Dieses Orginalmanuskript ist entsprechend bunt und viel beschrieben geworden. Über jede Anmerkung muss man nachdenken, diskutieren und letztlich entscheiden, wie es in der Endfassung dann aussehen muss. Man muss beachten, dass Männer und Frauen unterschiedlichen Humor haben. Es soll auch mal heiß hergehen, aber auch die Oma soll den Roman noch lesen können, ohne sich fremdschämen zu müssen. Das ist ein ständiges Abwägen und man tut gut daran, dass nicht mit sich alleine auszumachen.

 

Als das Manuskript dann fertig war, folgten noch zwei weitere Testleser, die sich dann aber weniger dem Lektorat, dem Inhaltlichen, sondern mehr dem Korrektorat, dem Aufspüren von Fehlern, gewidmet haben.

 

Womit ich mir noch immer unsicher bin, ist die Frage, ab wann man eine vertraute Person mit einbezieht. Beim Adria-Express habe ich das Manuskript erst fertiggeschrieben und dann eine vertraute Person einbezogen. Bei zukünftigen Projekten stelle ich mir die Frage, ob ich schon vorher meine Ideen mit jemandem teile und davon vielleicht profitiere. Eine schwierige Frage. Vielleicht muss man beide Wege einfach ausprobieren.

 

Was umgibt Sie in Ihrem Arbeitszimmer, um Ihre Konzentration zu erhöhen?


Ich habe kein Arbeitszimmer, sondern schreibe an ganz unterschiedlichen Orten. Der Adria-Express zum Beispiel ist ja ein Reiseabenteuer. Da kommen einige Szenen vor, die in italienischen Bars oder Cafes spielen. Wo könnte man diese Kapitel besser schreiben, als in einem Straßencafe? Ich lasse mich gerne von der Atmosphäre schöner Plätze inspirieren. Ob das nun ein schöner Brunnen ist, ein Teich, ein Park oder was auch immer. Ich habe den gesamten Roman an einem Netbook geschrieben, was ich überall hin mitgenommen habe. Natürlich sind auch einige Kapitel am Schreibtisch entstanden, da habe ich dann oft die passende Musik aufgelegt, um mich in die jeweils passende Stimmung zu versetzen. Ansonsten brauche ich nicht viel, um zu schreiben. Beim reinen Schreibprozess muss ich auch gar nicht so konzentriert sein, da lasse ich mich gerne auch mal von meiner Umwelt ablenken. Anders sieht es dann in der Korrekturphase aus. Da wird aus dem kreativen Autor dann ein konzentrierter Arbeiter, der seine Ruhe braucht.